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Lieferketten unter Stress

Das Corona-Virus hat die weltweiten Warenströme in bisher nicht gekannter Weise und mit großer Wucht getroffen. Die Folgen sind noch nicht abzusehen. Ein Ergebnis steht für DACHSER jedoch bereits fest: Jenseits der Planbarkeit sind robuste Logistiknetzwerke besonders wertvoll.

Eine Antonov voller Schutzausrüstung
Eine Antonov voller Schutzausrüstung

Es gibt eine neue Zeitrechnung: die Zeit vor Corona und nach Corona. Dazwischen – in der Gegenwart – werden gerade weltweit viele Gewissheiten in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft in Frage gestellt. Der „Lockdown“ ist allgegenwärtig. Lockerungen und das Wiederhochfahren des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens gehen nur in kleinen Schritten voran. Zu groß ist die Sorge vor einer neuen, möglicherweise noch verheerenderen Infektionswelle. Zuverlässige Vorhersagen lassen sich nicht treffen – weder von der Politik noch von medizinisch-wissenschaftlicher Seite. Gewiss ist nur die Ungewissheit.

Das aber ist im Grunde genau das Gegenteil von Logistik. Der Begriff leitet sich aus dem altgriechischen „logistikē“ ab und bedeutete ursprünglich „praktische Rechenkunst“. Heute versteht man darunter alle arbeitsteiligen Wirtschaftssysteme, in denen es auf die zeit-, kosten- und mengenoptimierte Verteilung von Gütern und Dienstleistungen ankommt. Die damit verbundene Berechenbarkeit und Planbarkeit weltweiter Supply Chains hat die Corona-Krise allerdings zuletzt weitgehend außer Kraft gesetzt. Und die Krise entwickelt sich äußerst dynamisch weiter. Weltweit unterschiedliche politische Entscheidungen verändern die Lage jeden Tag.

Fest steht: Wenn bestimmte Produktionsbereiche ruhen oder ganze Wirtschaftszweige, wie beispielsweise stillstehende Automobilwerke oder die Hotellerie und Gastronomie, von heute auf morgen nicht mehr mit Ware versorgt werden müssen, bedeutet das Stress für logistische Netzwerke, bei denen immer viele verschiedene Zahnräder ineinandergreifen, um die Supply Chains in Gang zu halten. Kommt eines davon ins Stocken, ist dies im gesamten Räderwerk sofort zu spüren.          

Flexibel und agil bleiben – auch im Lockdown

„Unsere unternehmerischen Entscheidungen müssen angesichts der dynamischen Entwicklungen kontinuierlich angepasst und neu getroffen werden“, erklärt DACHSER CEO Bernhard Simon. DACHSER habe sowohl auf zentraler Ebene, als auch in den Business Units Krisenstäbe installiert, die die Geschäftsführung bestens und umfassend informieren und unterstützen.

Auch wenn manch einer sich angesichts leerer Regale infolge von Hamsterkäufen um möglicherweise unterbrochene Lieferketten sorgte, konnte die Logistik zu jeder Zeit Entwarnung geben.

„Mengenrückgänge im Industriegütergeschäft sind angesichts der aktuellen Einschränkungen des Geschäftslebens, insbesondere in Spanien und Italien, aber auch Frankreich, unvermeidbar“, so Simon weiter. In den nationalen Road Logistics-Netzwerken seien zum Teil um rund 40 Prozent geringere Volumina zu verzeichnen. „Dank des eigenverantwortlichen und integrativen Handelns unserer Niederlassungen sowie der guten Steuerungsmöglichkeiten unserer Netzwerkorganisation sind wir auch in der Krise flexibel mit Anpassungen in der Verkehrs- und Plattformorganisation sowie der Reduktion der Linienverkehre“, so Simon weiter. „Dass wir in European Logistics breit aufgestellt sind und eine Vielzahl von Kunden und Branchen bedienen, schafft uns Gestaltungsräume, um uns gut an die jeweils veränderten Rahmenbedingungen anzupassen.“

Gerade mit Food Logistics liefere DACHSER einen wesentlichen Baustein der Grundversorgung der Menschen. Zwar fielen in der ersten Jahreshälfte große Food-Kunden, wie Hotels, Restaurants und Kantinen, aus, dafür stieg die Nachfrage in den Supermärkten deutlich an. Auch wenn manch einer sich angesichts leerer Regale infolge von Hamsterkäufen um möglicherweise unterbrochene Lieferketten sorgte, konnte die Logistik zu jeder Zeit Entwarnung geben. Jeder Abverkauf löst automatisch neue Bestellungen aus. Diese brauchen dann aber einige Tage, bis das Handelslager wieder aufgefüllt ist und in den Filialen für Nachschub sorgen kann.

Gut aufgestellt im Baskenland
Gut aufgestellt im Baskenland

Schutzausrüstung für medizinisches Personal

Auch DACHSER Air & Sea Logistics leistet im Kampf gegen Covid-19 im engen Interlocking-Schulterschluss mit Road Logistics einen wichtigen Beitrag zur Grundversorgung. Insbesondere beim Nachschub von medizinischer Schutzausrüstung für Arztpraxen und Krankenhäuser. Das zeigen drei Beispiele aus dem europäischen DACHSER-Netzwerk: DACHSER Switzerland und der norwegische Maschinenlieferant P. Meidell AS haben Anfang April über das europäische Logistiknetzwerk von DACHSER dringend benötigte Handdesinfektionsmittel nach Norwegen geliefert. Hergestellt wurden sie von der Firma Strub, einem Schweizer Lieferanten, der für P. Meidell normalerweise Kühlmittel herstellt, in der Krise aber in die Herstellung antibakterieller Hygiene-Produkte eingestiegen ist.

Ein Best Case aus Frankreich

Ein weiteres Beispiel kommt aus Frankreich. DACHSER France hatte für das Unternehmen Prolaser mit einer eigens gecharterten Antonov 124, dem zweitgrößten Serienflugzeug der Welt, 8,5 Millionen Operationsschutzmasken von Shanghai nach Nantes befördert. Über das Interlocking – die nahtlose Verbindung von Air & Sea- mit Road Logistics – stellte DACHSER anschließend auch noch die nationale Verteilung der palettierten Ware auf dem Landweg an Gemeinden, Gesundheitsorganisationen und Ministerien in Frankreich sicher. Dabei arbeitete DACHSER Air & Sea Logistics France eng mit Luftverkehrsbehörden sowie den Präfekturen Loire-Atlantique und Vendée zusammen. Mehrere Lastwagenkonvois waren aus Sicherheitsgründen mit Eskorte zum Prolaser-Lager in der Vendée und zum Innenministerium unterwegs.

Auf dem Weg nach Nantes: Schutzmasken aus Shanghai
Auf dem Weg nach Nantes: Schutzmasken aus Shanghai

Auf DACHSER ist Verlass

Auch in Spanien beteiligt sich DACHSER am Kampf gegen die Pandemie. Für die Gesundheitsbehörde im Baskenland stellt der Logistiker seit Ende März 4.000 Quadratmeter Lagerfläche in der Nähe von Bilbao für medizinisches Material zur Verfügung. Ein Team von vier bis fünf DACHSER-Mitarbeitern kümmert sich an sieben Tagen in der Woche ausschließlich um die Aufträge des baskischen Gesundheitsdienstes und hat allein bis Ende April rund 1.450 Paletten mit mehr als 29 Millionen medizinischen Gütern eingelagert. Die Ausrüstung ist für Krankenhäuser, Sozial- und Gesundheitsdienste sowie für Polizei und Feuerwehr in der Region vorgesehen.

Von Hilfsmaßnahmen wie diesen und dem weiterlaufenden „Tagesgeschäft“ geht für DACHSER eine wichtige Botschaft aus: Die Betriebsbereitschaft in Niederlassungen und an allen Standorten weltweit, in Road Logistics ebenso wie in der Air & Sea Logistics, ist trotz der Corona-Krise weiterhin sehr gut. „Wir bilden damit einen Stabilitätsanker in global schwierigen Zeiten“, sagt Bernhard Simon. „Wir sind für unsere Kunden und Partner da. Auf DACHSER kann man sich verlassen.“         

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