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Über Effizienzsteigerungen zu mehr Klimaschutz

"Es wäre wünschenswert, dass Lang-Lkw frei von verkehrspolitischer Ideologie betrachtet werden und ihr Potenzial, kurzfristig Treibhausgase zu reduzieren, von den europäischen Gesetzgebern noch mehr unterstützt wird", so Andre Kranke von DACHSER.

Mit dem Fokus auf Effizienz, Innovation und integrative Verantwortung schafft DACHSER die Voraussetzungen für eine nachhaltigere Logistik. Andre Kranke, Head of Corporate Research & Development und Projektleiter Climate Protection bei DACHSER, verdeutlicht in diesem Interview, welche Bedeutung intelligente Transportkonzepte für das Logistikunternehmen haben.

Sie nehmen das Thema Innovation und Klimaschutz sehr ernst. Dazu gehören auch Effizienzmaßnahmen. So haben Sie schon seit Langem ihre Umschlaghallen und Warehouses in Deutschland komplett auf LED-Beleuchtung umgestellt und rüsten in ganz Europa die Flurförderfahrzeuge auf Lithium-Ionen-Technologie um. Können Sie aufzeigen, warum in Ihrer Klimastrategie Effizienz eine so große Rolle spielt?

Effizienz ist in der Logistik generell ein großes Thema, das wir uns schon lange auf die Fahnen geschrieben haben und deshalb nimmt es auch in unserer Klimastrategie eine wichtige Rolle ein. Effiziente Logistik ist nämlich per se klimaschonend, weil sie z.B. dazu führt, dass es weniger Leerfahrten gibt und damit auch weniger Lkw auf die Straße müssen. Auch nutzen wir bei DACHSER zum Beispiel seit mehreren Jahren Doppelstockverladungen und steigern damit die volumenmäßige Auslastung erheblich. Das ist keine völlig neue Technologie, aber ein wichtiger Baustein, um Treibhausgase im Transport in signifikanten Mengen zu vermeiden.

Eine weitere Möglichkeit, effizienter Fracht zu transportieren und CO2 einzusparen, bieten die sogenannten Lang-Lkw?

Ja, eben weil sie effizient sind. Wo es rechtlich möglich und wirtschaftlich vertretbar ist, setzen wir schon seit einigen Jahren in unterschiedlichen Ländern Lang-Lkw verschiedener Typen ein. In Deutschland testen wir derzeit den Einsatz von so genannten verlängerten Sattelaufliegern für Lebensmitteltransporte. Und für grenzüberschreitende Linienverkehre zwischen Deutschland und den Niederlanden sind seit 2021 zwei Lang-Lkw-Kombinationen des Typ 3 im Einsatz. Allein hier spart die Umstellung von konventionellen Fahrzeugkonzepten auf den Lang-Lkw jährlich 124 Fahrten. Das sind 60.750 Kilometer, die nicht gefahren werden, 20.000 Liter weniger Diesel und damit etwa 63 Tonnen weniger Treibhausgase. Das ist eine Maßnahme, die sich in vielen Fällen wirtschaftlich rechnet, praxistauglich ist und sich schnell umsetzen lässt.

Allerdings sind die Rahmenbedingungen für den Einsatz von Lang-Lkw noch nicht ideal bzw. nicht final geklärt. Es wäre wünschenswert, dass Lang-Lkw frei von verkehrspolitischer Ideologie betrachtet werden und ihr Potenzial, kurzfristig Treibhausgase zu reduzieren, von den europäischen Gesetzgebern noch mehr unterstützt wird. Lang-Lkw sind ein Beitrag zur Energieeffizienz, der auch in Zukunft wichtig bleibt. Denn auch Nullemissionsfahrzeuge mit Elektroantrieb sollten sparsam mit dem grünen Strom umgehen.

DACHSER will künftig auch deutlich mehr Megatrailer einsetzen, um noch effizienter für die Kunden unterwegs zu sein.

Und dabei ebenfalls CO2 einsparen. Die Megatrailer, auch Lowliner genannt, haben bei gleicher Länge und Breite einen tiefer gelegten und damit etwas höheren Laderaum und sind damit vor allem bei Volumentransporten wirtschaftlicher und ressourcenschonender als die Standard-Auflieger. Damit wird die Auslastung optimiert und die Klimabilanz der Transporte gleichzeitig verbessert. Das ist logistische Effizienz par excellence. Bis 2027 wollen wir in Deutschland die Umstellung auf etwa 680 neue Megatrailern vollständig abgeschlossen haben, und auch auf europäischer Ebene wollen wir bis dahin ein gutes Stück vorangekommen sein.

Interview with: Andre Kranke

Head of Corporate Research & Development und Projektleiter Climate Protection bei DACHSER

Neben Innovation und Effizienz zählt DACHSER die integrative Verantwortung zu den Grundpfeilern seiner Klimaschutzstrategie. Was verbirgt sich hinter dieser dritten Säule?

Integrative Verantwortung ist einer der elementaren Werte von DACHSER. Sie ist für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und unsere gesamte Geschäftstätigkeit an vielen Stellen wesentlich. Im Rahmen des Klimaschutzes zeigt sich diese integrative Verantwortung an unterschiedlichen Stellen. So beziehen wir in unsere internen Berechnungen nicht nur die CO2-Emissionen unserer eigenen Anlagen und Fahrzeuge ein – in der Fachwelt wird dies als Scope 1 und Scope 2 bezeichnet. Wir sehen uns auch in der Verantwortung für die Treibhaushase unserer Transportpartner zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Auch diese Scope-3-Emissionen gehören zu unserem CO2-Fußabdruck, auch wenn wir nicht immer in der Position sind, diese selbst aktiv zu beeinflussen. Denken Sie nur an die Emissionen der Frachtflieger oder Containerschiffe.

Gibt es noch weitere Beispiele für integrative Verantwortung?

Ja einige. Wir engagieren uns zum Beispiel auch außerhalb unseres Geschäftsmodells für nachhaltige Entwicklung. Seit 2005 fördern wir zum Beispiel Projekte des Kinderhilfswerks terre des hommes in Südasien, Lateinamerika und im südlichen Afrika. Vergleichbare Partnerschaften und Projekte wollen wir auch im Bereich Klimaschutz forcieren. Aktuell prüfen wir hier verschiedene Optionen.

Spannende Zeiten. Doch bis hin zu Netto-Nullemissionen in Logistik gilt es noch gewaltige Hürden aus dem Weg zu räumen.

Ja, aber wir bei DACHSER haben uns auf den Weg gemacht, diese Hürden Stück für Stück aus dem Weg zu räumen.

Vielen Dank für das interessante Gespräch. 

Lesen Sie im ersten Teil des Interviews, wie DACHSER auch durch den hundertprozentigen Einsatz erneuerbarer Energien einen Beitrag zum Klimaschutz leistet.

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